| NACHRICHTEN 29. Juli , 2001 | ||
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Filmindustrie enttäuscht vom Tomb Raider Film. Vor Kurzem haben wir darüber berichtet, welche Hoffnungen die Filmindustrie in den Tomb Raider Film gesetzt hatte.(Sie finden den Artikel HIER). Inzwischen ist der Film überall auf der Welt in die Kinos gekommen und es scheint sich Ernüchterung in den Studios breitzumachen. Lesen Sie dazu eine weitere Meldung die wir bei Comdirect gefunden haben: Electronic Entertainment: Lara Croft bringt keinen Durchbruch Die filmische Umsetzung von Tomb Raider hat ein gutes Ergebnis eingespielt, Final Fantasy hat einen guten Start erwischt. Dennoch bleiben die Probleme der lukrativen Mehrfachverwertung sichtbar. Die abenteuernde Lara Croft und die Pixelpracht Dr. Aki Ross sollten Spiele für Hollywood hoffähig machen. Bisher sind jedoch sämtliche Film-Umsetzungen von Videospielen ohne durchschlagenden Erfolg geblieben. Glaubt man Beobachtern der Szene, dann haben das auch Tomb Raider und Final Fantasy nicht ändern können. Von den Fakten her sieht es nicht so schlecht aus. Die Einspielergebnisse von Tomb Raider liegen über 120 Mio. Dollar in den USA, Final Fantasy hat zumindest einen guten Start hingelegt. Ob am Ende aber auch die hohen Produktionskosten von rund 115 Mio. Dollar eingespielt werden, ist allerdings noch offen. Ein Problem ist, dass die Einnahmen rasch gesunken sind. Die Ursache sehen Kritiker darin, dass die Story des Films nicht gut genug gewesen wäre: So wären nur die Fans des Spiels zum Gang ins Filmtheater gelockt worden. Allein die Schauspielerin Angelina Jolie habe über die Fan-Grenzen hinweg für Furore gesorgt. Nun ist das schlechterdings nichts außergewöhnliches. Mäßige Filme werden zuhauf produziert, das ist keineswegs auf Filmumsetzungen von Spielen beschränkt. Allerdings kommt hier noch ein Problem hinzu, das genauso in die andere Richtung wirkt: Das Medium Videospiel setzt allein wegen der Interaktivität ganz andere Anforderungen an die Umsetzung als Filme. Die Motivation, einen Film zu sehen ist eine andere als ein Spiel zu spielen. Die Schwierigkeiten, welche die Grenzen der Medien darstellen, sind schön bei den zahlreichen Produkten zu beobachten, die in der Folge der Star Wars Filme auf den Markt gekommen sind. Kein einziges Top-Produkt ist darunter gewesen, vor allem, weil die Möglichkeiten hinsichtlich Spieltiefe und Steuerung nicht einmal annähernd ausgeschöpft wurden. Allein das Konzept der Verwendung eines Stoffes für mehrere Plattformen der Spieleindustrie ist schwierig: Titel, die für Konsolen veröffentlicht wurden, haben zumeist eine wesentlich geringere Wirkung auf dem PC. Gleiches gilt umgekehrt. Das betrifft erst recht die heranbrechende Zeit der mobilen Spiele, ein Feld, auf dem sich zunehmend Player der Entertainment-Branche tummeln. Das Motiv hinter diesen Konzepten ist unter dem Gesichtspunkt der Profitabilität natürlich einleuchtend: Jede Umsetzung eines bereits vorhandenen Stoffes bringt höhere Gewinn-Margen, weil immense Kosten für die Entwicklung gespart werden können. Optimal wäre also die Verwirklichung eines Stoffes für PC, Spielekonsolen, Handhelds bzw. Handys, hinzu kommt ein Spielfilm, eine mehrteilige Serie, ein halbes Dutzend Videoclips mit Musik und am Ende noch ein paar Bücher zum Film. Möglicherweise sind allerdings die grundsätzlichen Hürden, die zwischen den jeweiligen Medien stehen, unterschätzt worden. Hinzu kommt, dass eine Vorlage für die Umsetzung immer Grenzen setzt. Dabei entstehen herausragende Produkte zumeist durch das Brechen von Regeln und Überwinden von Grenzen. Das überraschend Neue, das so entsteht, ist dabei letztlich entscheidend. Wenig überraschend ist, dass Electronic Arts pünktlich zum Erscheinen von Final Fantasy ein Spiel herausgebracht hat, das unter anderem eine aufgewärmte Version des vierten Teils der Serie enthält. Wir danken der Newsredaktion von Comdirect für diese Meldung.
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